Auch billige Lagen werden immer teurer: Konnte man 2016 vereinzelt noch Regionen finden, in denen die Miet-Immobilien im Schnitt vier Euro kosteten, so wohnt man 2017 mit sechs Euro pro Quadratmeter am günstigsten. Foto: www.BilderBox.com


10. Oktober 2017

Studie

Die günstigsten und teuersten Wohngemeinden Österreichs

In welchen Orten Österreichs wohnt es sich am günstigsten, wo am teuersten? Diese Frage beantwortet die Preis-Analyse der Immobilien-Plattform FindMyHome. Überraschend: Der letztjährige Spitzenreiter Kitzbühel wird im Bereich Eigentum überholt, der Speckgürtel Wiens holt im Bereich Miete auf.

„2017 wird deutlich, dass Mieten im gehobenen Immobiliensegment fallen“, meint FindMyHome.at-Gründer Bernd Gabel-Hlawa. Im Bereich Miete kostete die teuerste Region 2016, Velden am Wörthersee, noch 26 Euro pro Quadratmeter. In diesem Jahr liegt der Bezirk Kitzbühel in Tirol mit 23 Euro pro Quadratmeter als Spitzenreiter deutlich unter dem Schnitt vom Vorjahr.

Gabel-Hlawa: „Gleichzeitig werden billige Lagen immer teurer: Konnte man 2016 vereinzelt noch Regionen finden, in denen die Miet-Immobilien im Schnitt vier Euro kosteten, so wohnt man 2017 mit sechs Euro pro Quadratmeter am günstigsten. Besonders in Wien wird ein Anstieg deutlich. So sind unter den teuersten zehn Mietregionen gleich sieben Wiener Bezirke.“

Die preiswertesten Miet-Immobilien Österreichs befinden sich dabei in Kärnten und Niederösterreich: In den Gemeinden Althofen und Mölbling, in der Stadt Sankt Veit an der Glan und Umgebung und im nordwestlichen Waldviertel mietet man am preisgünstigsten.

Aufsteiger des Speckgürtels

Mit Gumpoldskirchen und Langenzersdorf sind auch zwei Orte aus der Umgebung Wiens unter den teuersten Gemeinden im Bereich Miete. „Diese Entwicklung zeichnet sich erstmals 2017 ab: Gemeinden im Speckgürtel waren bisher vorrangig für Käufer interessant. Nun holen auch Miet-Objekte preislich auf. Gekauft wird dafür vermehrt in Regionen, die bisher als günstige Optionen galten, beispielsweise im südlichen Burgenland. Besonders für Pendler werden diese Orte interessant, da sie bereit sind, immer größere Strecken auf sich zu nehmen“, so Gabel-Hlawa.

Eigentum: Wien als alleiniger Spitzenreiter löst Kitzbühel ab

„Auch im Bereich Eigentum ist das Preisniveau in diesem Jahr generell gestiegen: Es gibt nur mehr zwei Regionen im Burgenland und in Niederösterreich nahe der Grenze, die mit Eigentums-Immobilien zwischen 500 und 600 Euro pro Quadratmeter besonders günstig sind“, kommentiert Gabel-Hlawa die aktuelle Lage.

Besonders auffällig in diesem Jahr: „Die vier teuersten Bezirke liegen allesamt in Wien: Neben der Inneren Stadt mit 13.975 Euro pro Quadratmeter sind Josefstadt, Döbling und Wieden am teuersten. Erst an fünfter Stelle rangiert die Marktgemeinde Mondsee mit durchschnittlich 7.942 Euro pro Quadratmeter. Wien hat somit den langjährigen Spitzenreiter Kitzbühel als besonders teures Pflaster für Eigentums-Immobilien abgelöst. Aber auch in vermeintlich günstigeren Bezirken sind die Preise in Wien deutlich in die Höhe gegangen: Zum Beispiel ist der Quadratmeterpreis in Favoriten in nur fünf Jahren von durchschnittlich 1.700 auf 3.997 Euro gestiegen.

Miete: Die günstigsten Gemeinden

  • Platz Eins mit nur sechs Euro pro Quadratmeter teilen sich gleich zwei Regionen: Einerseits Althofen und Mölbling, zwei Gemeinden im Bezirk Sankt Veit an der Glan, und die Stadt Sank Veit selbst sowie andererseits die Stadt Gmünd und Umgebung im nordwestlichen Waldviertel nahe der tschechischen Grenze. Das sind die günstigsten Orte Österreichs.
  • Platz Zwei mit sieben Euro pro Quadratmeter belegt Oberwart und Umgebung im südlichen Burgenland.
  • Platz Drei mit acht Euro pro Quadratmeter belegen Villach und Umgebung in Kärnten, und Amstetten, Zwettl, Herzogenburg, Ternitz und Horn jeweils mit umliegenden Orten in Niederösterreich.

Miete: Die teuersten Gemeinden

  • Platz Eins mit 23 Euro pro Quadratmeter besetzt der bekannte Urlaubsort Kitzbühel in Tirol.
  • Platz Zwei geht an die Innere Stadt Wiens (1. Bezirk) mit 20 Euro pro Quadratmeter.
  • Platz Drei belegen zwei weitere Wiener Bezirke: Mariahilf (6. Bezirk) und Leopoldstadt (2. Bezirk) kosten im Durchschnitt 18 Euro pro Quadratmeter.

Eigentum: Die günstigsten Gemeinden

  • Am günstigsten ist Heidenreichstein und Umgebung im nordwestlichen Waldviertel nahe der tschechischen Grenze mit 506 Euro pro Quadratmeter.
  • Platz Zwei befindet sich ebenfalls in Niederösterreich: Gmünd und Umgebung mit 554 Euro pro Quadratmeter.
  • Platz Drei geht an Krensdorf im Burgenland mit 817 Euro pro Quadratmeter.

Eigentum: Die teuersten Gemeinden

  • Der teuerste Bezirk Österreichs ist die Innere Stadt (1. Bezirk Wien) mit 13.975 Euro pro Quadratmeter.
  • Platz Zwei belegt die Josefstadt (8. Bezirk Wien) mit 9.328 Euro pro Quadratmeter.
  • Döbling (19. Bezirk Wien) ist mit 8.509 Euro pro Quadratmeter der drittteuerste Bezirk.

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