2. Mai 2017

Masterplan ländlicher Raum

Dezentralisierung stärkt Österreichs Regionen

Zwei Drittel aller Österreicherinnen und Österreicher – rund fünf Millionen Menschen – leben im ländlichen Raum. Durch die Nähe zur Natur, gesunde Lebensmittel und den starken sozialen Zusammenhalt ist die Lebensqualität in den heimischen Regionen nach wie vor sehr hoch. Dennoch wird erwartet, dass in den nächsten zehn Jahren über 50.000 Menschen aus den ländlichen Regionen abwandern.

Dieser Trend belastet die Gemeinden: Der Verlust von vielen jungen, gut ausgebildeten Bewohnerinnen und Bewohnern wirkt sich negativ auf den Wohnungsmarkt, die Infrastruktur, den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft aus. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) möchte dieser Entwicklung entgegenwirken. Vor allem jungen Menschen und Familien soll die Möglichkeit gegeben werden, in ihrer Heimat zu leben und zu arbeiten.

Dezentralisierung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Mehr als 200.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Bundesverwaltung angestellt, doch 95 Prozent der Bundesdienststellen befinden sich in der Bundeshauptstadt. Auf Initiative des BMLFUW sollen möglichst viele Behörden dorthin verlagert werden, wo sie die täglichen Herausforderungen der Menschen unmittelbar miterleben und die Kräfte bestmöglich bündeln können – in den Regionen. Damit werden nicht nur Arbeitsplätze und Karrieremöglichkeiten geschaffen, sondern auch Kompetenzen an den länd-lichen Raum zurückgegeben.

Dazu braucht es eine ganzheitliche Strategie mit nachhaltigen Maßnahmen – mittelfristige Dezentralisierungskonzepte, die sich an Fragen der Bürgernähe, der Verwaltungseffizienz und insbesondere der Lebens- und Wohnsituation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientieren.

Das BMLFUW hat bereits erste Maßnahmen umgesetzt und geht mit gutem Beispiel voran:

  • Aktuell bereitet das Ministerium die Verlagerung der Gebietsbauleitungen Niederösterreich/Wien/Burgenland der Wildbach- und Lawinenverbauung in enger Abstimmung mit der Personalvertretung nach Niederösterreich vor.
  • Eine Verlagerung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen von Wien in die Alpen nach Tirol, wo es thematisch besser angesiedelt ist, ist ebenfalls geplant.
  • Erst im Vorjahr wurde das Bundesamt für Wasserwirtschaft in Mondsee angesiedelt.
  • Auch im Bildungsbereich werden spezielle Kompetenzregionen geschaffen, wie zum Beispiel rund um Rotholz in Tirol.

So möchte das BMLFUW eine bundesweite Trendumkehr anstoßen und der starken Zentralisierung entschlossen entgegentreten. Das ambitionierte Ziel: Rund zehn Prozent aller Behörden sollen in den nächsten zehn Jahren in den ländlichen Raum übersiedelt werden. So können Österreichs Regionen stärker belebt und nachhaltig aufgewertet werden.

 

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